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Allgemeine Genossame Reichenburg (AGR)


Die AGR ist eine aus den Genossen-Geschlechtern, Buff, Burlet, Hahn, Kistler, Menziger, Mettler, Reumer, Schirmer, Schumacher, Spörri, Wilhelm und Zett hervorgegangene altrechtliche Körperschaft des kantonalen öffentlichen Rechts im Sinne von Art. 59 Abs. 3 ZGB mit Sitz in Reichenburg.

Mitglieder der Genossame sind, gemäss Statuten gültig ab 1. Januar 2007, die im bisherigen Register der Genossame bereits eingetragenen mitverwaltungsberechtigten Genossenbürger sowie Personen, die dem Genossenrat ein schriftliches Gesuch um Aufnahme ins Mitgliederregister unterbreiten und darin nachweisen, dass sie
  1. unmittelbar von einem jemals im Mitgliederregister eingetragenen mitverwaltungsberechtigten Mitglied der Genossame abstammen
  2. das Schweizerbürgerrecht besitzen
  3. am 1. Januar des Jahres das 20. Altersjahr erfüllt haben
  4. den gesetzlichen Wohnsitz in der Gemeinde Reichenburg haben
  5. in der Folge vom Genossenrat per 1. Januar des der Anmeldung folgenden Jahres im Mitgliederregister eingetragen worden sind.

Die Zugehörigkeit endet bei Aufgabe des gesetzlichen Wohnsitzes in Reichenburg oder bei Verlust der Schweizer Staatsbürgerschaft. Am 1. Januar 2007 waren 280 Mitglieder angemeldet. Das oberste Organ der AGR ist die Genossengemeinde. Diese tritt ordentlich jährlich zweimal zusammen, im März zur Frühlings-, im Oktober zur Herbstgemeinde. Der Genossenrat besteht aus dem Genossenpräsidenten, einem Finanzverwalter und drei weiteren Genossenräten, welche die Ressorts Strassen, Wald- und Forstwirtschaft, Liegenschaften und Wasserversorgung betreuen.

 

Geschichtliches


Die AGR ging aus der alten Bürgerschaft des Dorfes, den Hofleuten, hervor. Ihr gehörten seit jeher die nicht privat genutzten Wälder und Allmenden. Mit der Schaffung der Einwohnergemeinde (der Kantons-und Schweizerbürger) im 19. Jahrhundert konstituierte sie sich als Genossame der Dorfgeschlechter. Die Kistler-Genossame war von Anfang an eine Alpgenossenschaft, dies weitgehend auch heute. Sie vereinigte die Gemeindebürger, welche die Alpen urbar gemacht hatten und nutzten. Da die Wälder allen Hofleuten gehörten, kam es seit Urzeiten immer wieder zu Streitigkeiten zwischen diesen und den Kistlern, um Wegunterhalt und Viehauftrieb, um die Ausweitung der Alpen durch Reuten und Schwenden und anderem mehr. Oftmals musste der Abt von Einsiedeln als Gerichtsherr schlichten und entscheiden, wie dies auch Urkunden aus den Jahren 1481 bis 1734 belegen. Erst der Vertrag von 1906 brachte dauerhaften Frieden.

Strassen

Für eine rationelle Nutzung des Waldes mussten auch in den Waldungen der AGR Strassen gebaut werden. In den Kriegsjahren wurde bis zu den «Sandlöchern» eine Waldstrasse gebaut. Ende der Fünfzigerjahre entstand die Ussbergstrasse bis in den Bannwald. Mit der Gründung der Flurgenossenschaft Ussberg-Niedern wurde die Strasse weitergebaut, sodass auch höher gelegene Waldgebiete und Alpen erschlossen werden konnten. Für neu eingezonte Wohn- und Industriegebiete erstellte die AGR weitere Erschliessungsstrassen. Strassen im Gemeindegebiet, die der Groberschliessung dienen, werden nach dem Ausbau von der Gemeinde Reichenburg übernommen. Die AGR hat etwa 8 km Strassen zu unterhalten.

Wald- und Forstwirtschaft

Die AGR bewirtschaftet als grösste Waldbesitzerin der Gemeinde Reichenburg 344 Hektaren Wald. In früheren Zeiten hatte der Wald eine wesentlich grössere Bedeutung. Holzteile wurden an Genossen und Gemeindebürger vergantet. Grössere Holzschläge wurden zur Aufarbeitung öffentlich ausgeschrieben. Die Aufarbeitung des Holzes galt als attraktiver Nebenverdienst während der langen Wintermonate. Später verkaufte die AGR das Holz direkt an Forstunternehmen. Die schweren Stürme der letzten Jahre verursachten einen enormen Aufwand und riesige Kosten. Die Ertragslage des Waldes ist momentan äusserst negativ. Trotzdem darf der Wald nicht vernachlässigt werden, denn er bietet Schutz und Erholungsraum für alle. Aufforstungen, Bachläufe, Wege, Entwässerungen in Rutschgebieten und Jungwaldpflege sind nur einige Aufgaben, die unbedingt zu erfüllen sind. Neben dem natürlichen Jungwuchs werden alle Jahre einige hundert Jungpflanzen, zur Hauptsache Fichten, angepflanzt. Die AGR hat die Aufgabe, den Lebensraum Wald zu unterhalten, damit er erhalten bleibt.

Liegenschaften

Die AGR ist auch die grösste Landbesitzerin in der Gemeinde Reichenburg. Sie verfügt über etwa 110 Hektaren landwirtschaftlich genutztes Land. Dazu gehört auch eingezontes Bauland in der Industrie- und Gewerbezone. Durch den Verkauf von Bauland wurden in den letzten Jahren wieder einige Hektaren Land zugekauft. Auf ehemaligem Land der AGR entstand über Jahre östlich der Allmeindlistrasse ein grosses Wohnquartier. Das landwirtschaftliche Land ist an Landwirte verpachtet. Die AGR setzt sich auch für die Erhaltung des Naturschutzgebietes in der «Reumeren» ein.

Wasserversorgung

Die Wasserversorgung der Gemeinde Reichenburg ist ein Betrieb der AGR. Bis zum Jahre 1950 versorgten private Wasserversorgungen und Brunnengenossenschaften das Gemeindegebiet. Gesuche an die AGR um Versorgung mit Trinkwasser lösten Verhandlungen aus. Es galt abzuwägen, ob die Gemeinde oder die AGR Betreiberin der Wasserversorgung sein sollte. Der Entscheid fiel der AGR zu, so fand am 27. August 1950 die feierliche Einweihung der Wasserversorgung statt. Im Laufe der Jahre wurden weitere Quellen gefasst und das Leitungsnetz ausgebaut. Im Jahre 1980 wurde das Grundwasserpumpwerk obere Hirschlen in Betrieb genommen. Zurzeit wird die Wasserversorgung aus sechs Quellen eingespiesen, welche sich in den Waldungen der AGR befinden (Höhenlage 635 m – 900 m). Die Quellen liefern ein weiches bis mittelhartes Wasser von 18 bis 20 französischen Härtegraden mit sehr geringer Nitratbelastung. Bevor das Quellwasser ins Netz geleitet wird, läuft es durch die UV-Entkeimungsanlagen. Die Verteilung zu den Haushalten erfolgt über drei Reservoire: Zugweid 50 m3, Giselrüti 400 m3, Ussberg 1000 m3 Inhalt und über ein Hauptleitungsnetz von 30 km Länge (Leitungsdurchmesser über 100 mm). Für den Brandschutz stehen über 120 Hydranten zur Verfügung. Damit die Bewirtschaftung rationell erfolgen kann, wird die ganze Wasserversorgung über eine Fernsteueranlage von der Betriebswarte aus automatisch gesteuert. Es ist unser Ziel, die Bewohner unserer Gemeinde auch in den nächsten fünfzig Jahren mit dem wichtigsten Gut, mit hervorragendem Trinkwasser, zu versorgen.

Weitere Informationen finden Sie auf: www.allgemeinegenossame.ch

 
 

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